Wir sichern die Zukunft unseres Bergdorfes und erhöhen die Sicherheit im Tal
Der Entwässerungsstollen schützt unser Dorf und ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung als Wohn-, Arbeits- und Tourismusort.
Projekt auf einen Blick
918 m Stollen
Bau 2025 – 2030
Schutz für Menschen und Infrastruktur
News
Laufend aktualisierte Statusberichte
Projekt
Warum bauen wir einen Entwässerungsstollen?
Der Boden in Braunwald ist in Bewegung und rutscht über tieferliegende Gesteinsschichten langsam talwärts. Mit der Entwässerung des Erdreichs wird die Bewegung massgeblich eingedämmt.
Damit sollen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur in Braunwald und in den darunterliegenden Gebieten im Tal künftig verhindert werden.
Das rot gefärbte Gelände rutscht im Durchschnitt je nach Zone und Jahreszeit unterschiedlich schnell, zwischen 0.5 und 4 Zentimetern pro Jahr. Das sich bewegende Erdreich, welches über dem stabilen Fels liegt, ist zwischen 20 und 110 Metern dick.
So wird der Untergrund stabilisiert
Drainagebohrungen fassen das Wasser, das im Boden zirkuliert. Sie leiten dieses in den Entwässerungsstollen, der sich im stabilen Fels befindet.
Somit verlangsamt sich die Hangbewegung des trockeneren Materials deutlich und Murgänge ins Tal werden damit unterbunden.
Das Wasser im Erdreich wird gefasst und in den Stollen abgeleitet. Somit wird der Rutscheffekt deutlich vermindert.
Rund 90 Drainagebohrungen fassen das Wasser im Erdreich.
So funktioniert das Prinzip
Die Entwässerung reduziert den Wasserdruck auf den Boden und erhöht damit den Widerstand des Erdreichs gegen die schiebenden Kräfte. Der innere Zusammenhalt (Kohäsion) und die Reibung zwischen den Bodenpartikeln werden dadurch erhöht. Damit nehmen die Tragfähigkeit und Festigkeit des Bodens zu.
Ohne Wasserdruck erhöht sich die Reibung im Boden.
Das Prinzip des Entwässerungsstollen mit den Drainagebohrungen ist erprobt und hat sich bewährt. Vergleichbare Projekte wurden zum Beispiel in Beckenried (Nidwalden), Campo Vallemaggia (Tessin) oder unterhalb des Col des Mosses (Waadt) mit Erfolg realisiert.
Projekt auf einen Blick
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Unterirdisches Entwässerungssystem, das Wasser aus der Rutschmasse ableitet
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Stollenlängen
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Hauptstollen: ca. 918 m
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Seitenstollen: ca. 155 m
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Tunnelquerschnitt: ca. 3.8 m Breite / 4.9 m Höhe
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Drainagesystem
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bis zu 60 m lange Entwässerungsbohrungen aus dem Stollen bis in die Höhe der Gleitfläche
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bergseitig ca. alle 15 m / talseitig alle 30 m (ca. 90 Bohrungen)
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Bauverfahren
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Lockergestein: Tunnelbagger und provisorische Sicherung
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Stollenbau: Tunnelvortrieb mit Felssprengungen
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Zeitplan
Nach aktuellem Planungsstand ist die Gesamtfertigstellung Ende 2029 / Anfang 2030 geplant.
2025
Vorarbeiten (Installationsplatz im Tal, Rodungen)
2026
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Installationen, Baustellenvorbereitungen, Installation Materialseilbahn für Abtransport Aushubmaterial und Transport Baumaschinen
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Baubeginn Tunnel mit Vortrieb im Lockergestein
2027
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Teststrecke Drainagebohrungen
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Vortrieb Hauptstollen im Fels
2028
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Vortrieb Hauptstollen im Fels
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Vortrieb Seitenstollen
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Drainagebohrungen, um Wasser abzuleiten
2029
Betonieren Stollenportal
Technische Installationen
Rückbau Baustelleneinrichtung
Wiederherstellungen der Landschaft beim Tunneleingang
Inbetriebnahme und Übergabe Bauwerk an die Entwässerungskorporation
2030
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Rekultivierungen mit Ausführung der ökologischen Ersatzmassnahmen
Auswirkungen während Bau
Der Bau des Entwässerungsstollens ist eine Investition in die Sicherheit und Zukunft von Braunwald und der darunterliegenden Talschaften. Während der Bauzeit kann es jedoch zu vorübergehenden Einschränkungen kommen. Die Beeinträchtigungen werden so gering wie möglich gehalten, wobei die Bevölkerung frühzeitig informiert wird.
Lärm und Erschütterungen
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Bauarbeiten finden überwiegend unter Tage statt
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Es werden unterirdische Sprengungen durchgeführt
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Anwohnerinnen und Anwohner werden bei Sprengungen rechtzeitig über SMS informiert
Baustellenbetrieb im autofreien Gebiet
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Braunwald bleibt auch während der Bauzeit autofrei
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Material wird über eine Transportseilbahn zu- und abgeführt
Sicherheit hat oberste Priorität
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Baustellenbereiche werden klar abgesperrt und gekennzeichnet
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alle Schutz- und Sicherheitsvorschriften werden konsequent umgesetzt
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laufendes Monitoring überwacht die Hangbewegung und die Bauarbeiten
Wir informieren laufend – und stehen im Dialog
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Auf unserer Website finden Sie regelmässige Updates zum Bauverlauf.
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Zudem sind Baustellenführungen zu ausgewählten Terminen geplant.
Ausbruchmaterial
Das anfallende Ausbruchmaterial wird nicht in Braunwald abgelagert, sondern schonend und sicher im Tal verwertet. Dadurch wird eine zusätzliche Belastung der Hänge vermieden und der Schutz der Landschaft sowie der geologischen Stabilität nachhaltig gewährleistet.
Nutzen
Volkswirtschaftlich und sicherheitstechnisch ist der Nutzen des Entwässerungsstollens klar positiv:
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höhere Sicherheit für Bevölkerung und Gäste
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Schutz bedeutender Infrastrukturen (Bergbahnen, Hotels, Versorgungsleitungen)
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Verhinderung steigender Folgekosten durch Schäden und Betriebsunterbrüche
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volkswirtschaftlich klar positiv
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Nutzen-Kosten-Verhältnis liegt über Faktor 10
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aktuelle jährliche Schadenerwartung gemäss Berechnungen mit EconoMe: ca. 12.4 Mio. CHF
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nach Realisierung des Stollens: Reduktion auf ca. 1.9 Mio. CHF → massive Senkung des Risikos für Braunwald und das Talgebiet
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Projekt entspricht vollumfänglich den Vorgaben der Wirtschaftlichkeitskriterien des Bundes
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Finanzierung
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Gesamtkosten: 45.9 Mio. CHF
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Kostentragung
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Bund und Kanton finanzieren den grössten Anteil
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Restkosten werden je zur Hälfte durch die Gemeinde Glarus Süd und die Entwässerungskorporation Braunwald getragen
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Geschichte
Beobachtungen und Sanierungsmassnahmen sind seit 1897 dokumentiert. Um die Rutschbewegung zu bremsen, wird seit über 100 Jahren entwässert, werden Stützmauern und Entwässerungsstollen gebaut.
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1930/31: Schäden an Bergstation und Trassee Braunwaldbahn
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1964: lokale Hangrutsche und Setzungen im Dorf Zentrum
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1979/80: Rutschung Teufrus mit Murgang bis Rüti im Tal
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1981: Gründung der Entwässerungskorporation Braunwald
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1985 Bau einer ersten Tiefenentwässerung: Sickerwand mit einer Abwicklung in der Länge von ca. 160 m im Gebiet Grantenboden (bis heute in Betrieb, beim Märchenhotel)
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Dank dieser Entwässerung konnten beim Murgang 1999 grössere Schäden verhindert werden.
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1999: grosser Murgang (~100'000 m³) bis in die Linth bei Rüti
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Seither regelmässige Unterhaltsmassnahmen der ersten Tiefenentwässerung
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2014: Modellierung der Rutschmasse zeigt, dass eine Entwässerung über eine grössere Länge die Bewegung deutlich reduziert und Beschleunigungsphasen weitgehend verhindert
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2016: Vorstudie Entwässerungsstollen
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2017: Entscheid der Entwässerungskorporation Braunwald, einen neuen Entwässerungsstollen zu bauen.
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2017: Sondierungen
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2019: Bericht zum Bauprojekt Entwässerungsstollen
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2020 und 2021: Beschluss Regierungsrat und Glarner Bevölkerung
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2024: Baubewilligung
Projektleitung und Realisation
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Bauherr: Entwässerungskorporation Braunwald mit Unterstützung von Bund, Kanton Glarus und Gemeinde Glarus Süd
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Gesamtleitung Stollenprojekt: Baukommission der drei Kostenträger, Leitung: Stefan Maurhofer, Tunnelbauexperte (Amberg Engineering AG, Regensdorf Watt)
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Projektleitung: Infranext AG, Kriens
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Unternehmung: ARGE AFT Frutiger AG, Thun / Toneatti AG, Bilten
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Projektverfasser: AFRY Schweiz AG, Zürich
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Geologe: Dr. von Moos AG, Zürich
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Bauherrenunterstützung: tbf-marti ag, Schwanden
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Umweltbaubegleitung: AFRY Schweiz AG, Zürich















